Das Flüstern des Wassers

Das Flüstern des Wassers
Ich erinnere mich noch ganz genau. Ein Tag im Mai, ein magischer, besonderer Tag. Wir beide, alleine. Allein in einer großen Stadt. Nur wir zwei, so kam es uns vor. Wir liefen durch die Straßen, mit ihren vielen Biegungen, Abzweigungen und schmalen Gassen. Die Sonne schien hell vom Himmel auf uns herab. Es hätte regnen können, es hätte ein Gewitter geben können, ein Wirbelsturm hätte umgehen können, doch mir wäre es trotzdem so vorgekommen, als würde die Sonne scheinen. Sie würde immer scheinen, mit dir. Siehst du, du bringst selbst den großen Kosmos aus dem Konzept. Du. Du mit deinen rosa Haaren, deinen blauen Augen, deinem hübschen Lächeln. Lächle für mich, tu es noch einmal.

Es wird Abend. Es gibt einen Sonnenuntergang, den schönsten seit Jahren, so kommt es uns jedenfalls vor. Wo sind wir? An einem runden Brunnen. Um ihn herum stehen die verschiedensten Figuren. Das Wasser plätschert und sucht sich seine Wege. Sonst hört man nichts. Nur das Geräusch des Wassers. Es klingt wie Flüstern. So hast du es damals beschrieben:
„Hör, das Wasser, es flüstert. Es erzählt von seiner Geschichte. Hör genau hin, dann wirst du Wundersames erfahren.“
Und dann hast du dich im Kreis gedreht. Hast Bäume, Straßen und den Himmel in hoher Geschwindigkeit an dir vorbeiziehen sehen. Du bliebst stehen. Denn plötzlich änderte sich deine Sicht. Unsere Sicht. Wir sahen jetzt nicht mehr nur Bäume und Straßen, nein, wir haben unserer Fantasie freien Lauf gelassen. Es tauchten ganz andere Sachen auf. Doch nur wir erkannten diese Sachen. Denn das war unser Moment. Er gehörte nur dir und mir. Und das war auch gut so.
Denn jetzt verwandelten sich die Figuren des Brunnens in echte Menschen. Es waren Menschen, das fiel mir jetzt erst auf, da sie lebten. Sie tanzten. Tanzten im Schein des Mondes, der plötzlich am Himmel aufgetaucht war. Eine der Figuren war eine alte Frau. Sie hielt die Hand einer kleineren Figur. Ein Mädchen, ein kleines Mädchen mit langen Haaren. Sie beide tanzten. Tanzten um den Brunnen herum und lachen. Unter den Figuren erkannte ich eine weitere. Ein junger Mann steppte mit seinen Schuhen hin und her. Klack, Klack, Klack. Er gab den Rhythmus zum Plätschern des Brunnens an. Viele weitere Figuren tanzten um den Brunnen herum. Manche waren alt, manche jung. Manche waren groß oder klein. Doch alle hatten sie eines gemeinsam: sie sind lebendig geworden, wenn auch nur für diese Nacht, wenn auch nur für uns beide. Eine Figur erweckte ganz besonders meine Aufmerksamkeit. Eine Figur, die gar keine war. Du. Denn jetzt hast du mich angeschaut. Dein Lächeln, soweit dies möglich war, wurde noch größer. Du kamst auf mich zu.
„Siehst du sie? Die Figuren, wie sie für uns tanzen.“ das hast du gesagt. Und dann hast du meine Hand genommen. Ganz sanft hast du sie zwischen deine genommen. Sie waren warm und ich fühlte mich auf der Stelle geborgen. So geborgen hatte ich mich erst vor langer Zeit einmal gefühlt. Doch ich erinnerte mich nicht mehr, wann. Doch jetzt weiß ich es. Es war die meiner Verwandlung. Meiner Verwandlung von einem kleinen Samen in einen Menschen. Kein Mensch kann sich an diese Zeit erinnern. Er kann ihn nur ein weiteres Mal erleben. Nur halt anders. Doch das ist jetzt unwichtig. Denn du hast meine Hand gehalten und mich angeschaut. Die Figuren verschwanden aus meinem Blickfeld. Denn meine Augen richteten sich nur auf dich. Ich wollte mir dieses Bild in meine Augen für immer einbrennen lassen. Für immer. Ich sah nur dich. Sah nur dich und hörte das Flüstern des Brunnens. Und dann hast du mich geküsst. Ich sah dich dabei nicht. Denn meine Augen hatten sich geschlossen, ohne dass ich es beabsichtigt hatte.
Ich erinnere mich nicht mehr an das, was ich dann im Dunkeln vor mir sah. Doch jedes Mal, wenn ich mich an diesen Moment zu erinnern versuche, fühle ich etwas in mir. Es fühlt sich an wie ein Feuer. Doch kein Feuer, das verbrennt. Nein, es ist eher ein sanftes, bald flüssiges Feuer. Und es läuft durch meinen Körper.
Ich weiß nicht, wie lange wir dort im Schein des Mondes standen und uns küssten. Mir kam es jedenfalls vor, als wäre ein ganzes Jahrtausend an uns vorbeigezogen. Ich spürte den Hauch vorbeirasender Menschen, die eilig an uns entlang zogen. Spürte das Gefühl des Winters auf meiner Haut, der Sekunden später durch den Frühling ersetzt wurde. All das und viel mehr spürte ich. Doch nichts fühlte ich so sehr wie deine Lippen auf meinem Mund und meine Hände in deinen. Wir wurden eins. Verschmolzen ineinander. Ich spürte alles von dir. Ich hörte das Rauschen deines Blutes und das regelmäßige Pochen deines Herzens. Wie sagte eins ein großer Philosoph? „Liebe, das sind zwei Seelen in einem Körper.“ Wie Recht dieser jemand hatte. Doch alles hat ein Ende. Und so stand ich noch einige Sekunden mit geschlossenen Augen vor dir, als unsere Seelen schon längst wieder in ihren eigenen Körper gewandert waren. Dann öffnete ich meine Augen wieder.

Doch du bist nicht mehr da. Nichts ist so, wie es eigentlich hätte sein sollen. Die Figuren tanzen nicht mehr. Sie stehen wieder reglos um den Brunnen herum. Sie sind Stein, nichts anderes als kalter, lebloser Stein. Ich höre auch nicht mehr das Flüstern des Wassers. Ich höre nur das normale Treiben des Brunnens. Auch deine Hände halten nicht mehr die meinen. Du bist fort. Und das einzige was ich in Händen halte ist eine rote Rose. Ich lege sie auf den Rand des Brunnens. Ich erinnere mich an dich. Erinnerungen, das einzige, was mir von dir übrig geblieben ist. Wie sagtest du eins: „Ich liebe dich.“ Du hast mein Leben verändert. Du bist mein Leben. Warst mein Leben. Nur noch eine Seele lebt. Die andere ist fort. Fort, wie das Flüstern des Wassers.

# Posted on Saturday, 06 June 2009 at 1:52 PM

Ich & Raquel

Ich & Raquel
Hey Schatz <3 ^^
Du hast dieses Schuljahr echt zu was Besonderem gemacht ;)
Ist immer toll mit dir, auch wenn du oft eine Affäre hast xD

Hdgggggdl :)

P.S: Auf dem Foto sehe ich echt verpeilt aus^^

# Posted on Saturday, 28 March 2009 at 6:52 AM

D&G

D&G
Just like everybody else does...

[ Dash a comment ] [ No comments ]

# Posted on Thursday, 26 March 2009 at 6:23 PM

Og igjen er vi ett

Og igjen er vi ett

# Posted on Thursday, 26 March 2009 at 5:41 PM

Helena

Helena
<3
[ Dash a comment ] [ No comments ]

# Posted on Thursday, 12 March 2009 at 2:24 PM